Selten ist die Technologie das eigentliche Problem
Laut dem diesjährigen „State of Utility“-Bericht geben 31 % der Versorgungsunternehmen an, dass Digitalisierung ihre wichtigste Investitionspriorität ist. Gleichzeitig nennen fast ebenso viele die Digitalisierung als ihre größte Herausforderung in den kommenden drei Jahren. Das wirkt zunächst wie ein Paradoxon – bis man sich ansieht, wo es tatsächlich hakt. Nur 13 % führen technische Probleme als Hindernis an. Es sind also nicht die Systeme, die versagen, sondern alles, was sie umgibt.
Der Bericht hebt drei wiederkehrende Herausforderungen hervor:
- 34 % geben an, dass ihnen Zeit und Ressourcen fehlen
- 18 % berichten von einem Mangel an den richtigen Fähigkeiten
- 23% verweisen auf Budgetbeschränkungen
Das Muster ist klar: Nicht die Technologie bremst, sondern die Organisation. In der Praxis ist digitale Transformation ein organisatorisches Projekt, das Technologie einbezieht – und nicht umgekehrt..
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Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Stromnetzbetreiber setzte sich ein klares Ziel: 90 % aller Kundenanliegen sollten innerhalb von 24 Stunden gelöst werden. Statt mit der Auswahl eines Systems zu beginnen, stellten sie eine andere Frage: Welche Verhaltensweisen sind notwendig, um dieses Ziel zu erreichen?
Das führte zu Erkenntnissen darüber, welche Art von System sie benötigten – aber auch zu klareren Rollenbeschreibungen, messbaren Zielen, die mit der täglichen CRM-Nutzung verknüpft waren, und einem neuen Nachverfolgungsprozess.
Als sie schließlich ein System auswählten, war es so gestaltet, dass es die gewünschten Verhaltensweisen unterstützt, statt die Organisation zu zwingen, sich dem System anzupassen.


Die Technologie ist bereit. Sind Sie es auch?
Die Versorgungsbranche steht vor großen Veränderungen – von neuen Regulierungen und strengeren Nachhaltigkeitsanforderungen über erhebliche Investitionen in die Infrastruktur bis hin zu steigenden Kundenerwartungen.
Die Frage lautet nicht nur: In welche Systeme sollten wir investieren?
Sondern auch: Haben wir die Voraussetzungen geschaffen, damit sie wirklich funktionieren?
Die wichtigste Erkenntnis
Digitalisierung wird oft als Einführung eines Systems behandelt. Doch der Erfolg hängt von etwas ganz anderem ab. Neue Systeme schaffen nur dann Wert, wenn die Führungsebene die richtigen Rahmenbedingungen sicherstellt. Dazu gehören klare Erwartungen, passende Unterstützung und eine Kultur, die neue Arbeitsweisen tatsächlich ermöglicht und verankert.
Denn Systeme verändern Organisationen nicht von selbst. Das tun Menschen und ihre Arbeitsweise. Und diese Kultur entsteht durch das, was Führung im Alltag priorisiert, unterstützt und konsequent nachverfolgt.
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